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Samstag, 07. Mai 2005, 13:00 Uhr
Orangerie Darmstadt
Musikpavillon im Garten
Bessauer Str. 44
64285 Darmstadt
Sehr geehrte Damen und Herren,
Rabindranath Tagore wurde 1861 in Kalkutta geboren. 1913 erhielt er als erster
Asiate den Literatur-Nobelpreis. Im Jahre 1921 besuchte Rabindranath Tagore auf
Einladung von Hermann Graf Keyserling das hessische Darmstadt. Der Besuch sollte
dazu beitragen, den geistigen Austausch von Menschen verschiedener Kulturkreise
voranzutreiben. Hermann Graf Keyserling lebte den Gedanken des multikulturellen
Miteinanders als Basis der Völkerverständigung. Er darf als Vordenker multikultureller
Ideen gelten. Auch die Deutsch-Bengalische Gesellschaft hat sich in der Vergangenheit
dafür eingesetzt, den interkulturellen Austausch zu fördern. Aus diesem Grund führen
wir in Gedenken an den Besuch Tagores in Darmstadt vor 84 Jahren, eine Veranstaltung
durch, die Ihnen die künstlerische Vielfalt Tagores und Bengalens näher bringen soll.
Tagore schrieb Gedichte, Kurzgeschichten, Romane, Dramen und philosophische Aufsätze.
Er komponierte Lieder und malte Bilder. Tagore wird oft mit Goethe verglichen. Gemeinsam
ist den beiden, dass sie in der Kulturgeschichte ihrer Länder eine herausragende Rolle
einnahmen. Beide waren ungemein kreative Künstler, universelle Geister, und beide
vertraten das Konzept einer "Weltliteratur". Tagores Werke in Bengalen sind heute viel
lebendiger als Goethes Werke in Deutschland. Dies gilt vor allem für Tagores Lieder,
die er größtenteils selbst geschrieben und komponiert hat. Diese Lieder sind in
Bangladesch und im indischen Bundesstaat Westbengalen sehr populär. Tagore schrieb
Liebeslieder, spirituelle Lieder und Lieder, die die Schönheit Bengalens preisen.
Tagore war kein politischer Aktivist, doch hat er viel bewirkt. Während der
Kolonialzeit vermittelte er seinen Landsleuten das Bewusstsein von der Größe der
eigenen Kultur.
Heute liegt seine Bedeutung wohl vor allem in seiner universalen Geisteshaltung.
Engstirniger Nationalismus war ihm genauso verhasst wie religiöser Fundamentalismus.
Sein Ziel war eine aufgeklärte, säkulare Weltgemeinschaft, die Sehnsucht nach einer
friedlichen Koexistenz der unterschiedlichen Kulturen und Religionen.
Die multikulturelle Gesellschaft ist weder Utopie noch Vision, sie ist greifbare
Realität – und dies insbesondere in den Metropolen Westeuropas, wozu sich Frankfurt
am Main, Darmstadt oder Offenbach gerne zählen.
Zu unserer Veranstaltung, mit Rezitationen, Vorträgen, Volkstanz- und Musikdarbietungen
laden wir Sie herzlich ein.
Mit multikulturellen Grüßen
Hamidul Khan und Reinhard Wehber
Weitere Informationen: Tel. und Fax: 069 / 58 94 47
Wir würden uns freuen, wenn wir Ihr Interesse an unserer Arbeit geweckt haben.
Sie können uns unterstützen mit einer kleinen Spende an:
Deutsch-Bengalische Gesellschaft e.V.
Kontonummer 13 810 28000
BLZ 500 101 11
SEB Bank AG FFM
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